Was ist dran – am Gesundheitsfaktor "Luftfeuchte"?
Putzteufel SchleimhäuteViele krankheitserregende Mikroorganismen werden von Nase, Bronchien und Lunge direkt abgewehrt – durch eine Selbstreinigungsfunktion der Schleimhäute. Das funktioniert auf eine sehr dynamische Weise: Die Flimmerhärchen auf der Oberseite der Schleimhäute stoßen, durch peitschenschlagähnliche Bewegungen, die eingeatmeten Mikroorganismen ab.
Um diese kleinen Fremdkörper zu sammeln, produzieren Becherzellen ein Gel, das sich wie ein klebriger Film über die Härchen legt. Studien der Universität Erlangen haben gezeigt, dass zu geringe Luftfeuchtigkeit diese wunderbare Funktion beeinträchtigt. Sie verlangsamt und damit steigt die Gefahr von Erkrankungen. Als Ergebnis wird von Prof. Dr. J. Peter Guggenbichler angegeben, dass eine optimale Funktion dieser Selbstreinigung bei einer relativen Luftfeuchte von 45 % erreicht wird.No-go für Grippe-Viren und Feinstaub
Bei der Abwehr von Grippe-Viren spielen – neben der Selbstreinigungsfunktion der Schleimhäute –auch Luftübertragung und Lebensdauer der Viren in den Ausatmungströpfchen eine Rolle:
1. Die kürzeste Lebensdauer von Virus-Partikeln liegt bei einer relativen Luftfeuchte zwischen 50 und 80 %.
2. Bei geringer Luftfeuchte verdunsten die Aerosole der Ausatmungströpfchen schneller und der Tropfenkern wird freigesetzt. Durch diese Auswirkung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Krankheitserreger übertagen, die im Kern enthalten sind. Interessant ist auch die Beobachtung, dass Ausatmungströpfchen bei höherer Luftfeuchte Wasser aufnehmen und durch die Gewichtszunahme schneller zu Boden fallen (genau wie Feinstaubpartikel). Damit sinkt das Übertragungsrisiko ebenfalls.
Balsam bei Heiserkeit und Kehlkopfentzündungen
Auch die Schleimhäute der Stimmlippen brauchen ausreichend Luftfeuchte. Denn diese werden durch die Luftzufuhr des Kehlkopfs in Schwingung gebracht. Ist diese Luft zu trocken, verlieren Sie an Elastizität, so dass sich die Stimmritze nicht mehr vollständig schließt und Nebenluft eindringt. Es kommt zu Anstrengungsanzeichen wie Räusper-, Husten- oder Schluckzwang – in extremen Fällen zum Wegbleiben der Stimme. Das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz empfiehlt daher für entsprechend geforderte Berufsgruppen eine Mindestluftfeuchte von 40 %.
Damit kein Auge trocken bleibt

Wir nehmen es als selbstverständlich hin, dabei ist Bildschirmarbeit Schwerstarbeit für unsere Augen. So kommt es zu weit verbreiteten Symptomen wie Schwellungen, Rötungen, Fremdkörpergefühl, Brennen und Lichtempfindlichkeit. Diese Symptome werden von Augenärzten sehr ernst genommen. Denn der intakte Tränenfilm hat, wie auch die o. e. Schleimhäute , eine Schutzfunktion für die Augenoberfläche. Ist die Luftfeuchte zu gering, fängt die Tränenflüssigkeit an zu verdunsten. Um dieses Risiko zu vermeiden, sollte die Raumfeuchte zwischen 40 und 60 % liegen.
Entspannung bei Elektrostatik
Eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 % minimiert elektrostatische Aufladungen deutlich. Sie führt zur Bildung eines dünnen Feuchtigkeitsfilms auf nicht leitfähigen Oberflächen. Auf diese Weise wird durch die Leitfähigkeit des Wassers eine Ansammlung von Ladungen vermieden. Als positiver Nebeneffekt verschwindet auch die höhere Staubanziehungskraft elektrostatisch aufgeladener Oberflächen.
Die physikalischen Zusammenhänge und der Winter
Von absoluter Luftfeuchtigkeit spricht man, wenn die gesamte Wassermenge beschrieben wird, die als Gas in einem Kilogramm Luft enthalten ist, z. B. 8 g/kg. Wichtig für das Verhältnis von Luft und Wasser ist das ständige Bestreben der Luft, bis zu ihrer Sättigung dampfförmiges Wasser aufzunehmen. Sie befindet sich also in einem permanenten dynamischen Prozess, der als relative Luftfeuchtigkeit beschrieben wird: die in der Luft enthaltene Wassermenge im Verhältnis zur maximal aufnehmbaren Wassermenge.
Das bedeutet für die Winter- bzw. Heizsaison Folgendes: Ist ein Raum von der Außenluft luftdicht abgeschlossen, besitzt er eine dauerhafte absolute Luftfeuchtigkeit. Denn Wasser kann weder aus der Umgebung aufgenommen noch abgegeben werden. Erhöht sich die Innenraumtemperatur dann gleichzeitig durch Heizen, sinkt die relative Feuchte, weil die erwärmte Heizungsluft mehr Wasserdampf aufnimmt, als der isolierte Raum zur Verfügung hat.

Im Winter nimmt diese Trockenheit durch Lüften noch zu, denn durch den höheren Dampfdruck der warmen, trockenen Innenluft entweicht die verbleibende Restfeuchtigkeit nach draußen. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt somit weiter.
Natürliche Luftbefeuchter – Pflanzen
Ganz praktisch bedeutet das für die Raumluft eine unbedenkliche Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Denn Pflanzen verdunsten weit über 90 Prozent ihres Gießwassers. Damit sind sie die verträglichere Alternative zu den Aerosolen in Klimaanlagen. Dank moderner Pflanzsubstrate wie Hydrokultur sind Nebenwirkungen wie pathogene Keime oder Allergien ausgeschlossen. Und auch überall dort, wo das Raumklima eine größere Herausforderung darstellt, bieten wir mit einem renommierten Netzwerkpartner gesunde Lösungen an. Wir arbeiten eng mit einem führenden Hersteller von Direktraumbefeuchtungs-Systemen zusammen. Lassen Sie sich individuell beraten.