Allgemeines

 

Klimazone – Welches Klima ist für Hydrokultur (besonders) geeignet? Ist sie auch in subtropisch heißen Gebieten einzusetzen?


Das System Hydrokultur ist auch für subtropisch heiße Gebiete geeignet. Eventuell kann ein hoher Wasseranstau, aufgrund geringerer Sauerstoffgehalte, zu stärkeren Auswirkungen führen. Eine Lösung ist einfach: Halten Sie ggf. die Wasserstände niedrig.

Außenbegrünung – Können Pflanzen mit Lava- oder Hydrosteinen bzw. Seramisprodukten dauerhaft im Garten stehen?


Verschiedenste Vulkanaschen, Blähton und Schiefer sind für die Außenbegrünung geeignet. Sie können für Beete, Gefäße und zur Dachbegrünung eingesetzt werden. Für Seramis ist bisher nur ein Beispiel bekannt, in dem sich die Außenbegrünung als frostfest erwiesen hat.

Kulturtopf – Welches ist die richtige Kulturtopfgröße?


Kulturtöpfe sind mit den Wasserstandsanzeigern abgestimmt und in Höhe und Durchmesser genormt. Daher kommen die einheitlichen Bezeichnungen, z. B. 13/12. Beim Umsetzen einer Pflanze sollte der neue Top ein bis zwei Nummern größer sein.

Lebensdauer – Wie lange sind Hydropflanzen haltbar? Welche sind ihre größten Feinde?


Hydrokulturen können unter optimalen Bedingungen Jahrzehnte halten. Aus der Praxis sind Anlagen bekannt, die bereits älter als 20 Jahre sind. Dass viele Bepflanzungen vorher scheitern, liegt häufig an einem zu hohen Wasserstand oder an unzureichenden Lichtbedingungen. Außerdem werden immer noch gravierende Fehler bei der Ernährung gemacht. Im Einzelfall kann es natürlich noch eine Vielzahl anderer Gründe für ein Scheitern geben. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Hydropflanzungen haltbarer als Pflanzungen in gärtnerischen Erden auf Basis organischer Substrate sind.

Lehrgang – Wer bietet betriebliche Weiterbildung zum Thema Hydrokultur an?


Lehrgänge oder Seminare zum Thema Hydrokultur werden beispielsweise von Hydrobetrieben angeboten. Diese sind natürlich sehr stark verkaufsorientiert und auf die jeweilige Firma zugeschnitten. Neutrale Seminare finden zweimal jährlich an der Fachhochschule Weihenstephan statt. Informationen dazu finden Sie unter www.fh-weihenstephan.de/.../32-weihenstephaner-hydrokulturseminar.html. Außerdem werden zusammen mit dem Fachverband Hydrokultur des ZVG Seminare an der Bildungsstätte in Grünberg angeboten.  Informationen dazu erhalten Sie direkt vom Geschäftsführer des Fachverbandes Herrn Gezzen unter: zvg.gezzen@g-net.de

Sonnenschutzverglasung/Wintergarten – Im Wintergarten meiner Schwiegerelternkümmern mehrere Pflanzen sowohl in Hydrokultur als auch in Seramis vor sich hin (z. B. Asplenium, Dipteracantha, Dipladenia) oder sind im Laufe der Zeit völlig zum Erliegen gekommen (z. B. Calathea, Ctenanthe, Columnea), obwohl meines Wissens keine Kulturfehler hinsichtlich Licht, Wasser, Düngung vorlagen. Da eine Gemeinsamkeit der betroffenen Pflanzen ihr hoher Anspruch an die Luftfeuchtigkeit zu sein scheint. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt häufig unter 40 %, nur selten steigt sie bis auf 50% an. Auch ein Luftbefeuchter (Ventus) brachte keine nennenswerte Steigerung. Es handelt sich um einen voll beheizten Wintergarten mit automatischer Belüftung und Beschattung sowie Sonnenschutzverglasung. Ich habe den Verdacht, dass die ebenfalls vorhandene Fußbodenheizung die Luft stark austrocknet. Vielleicht haben Sie eine Erklärung für die trockene Luft und können mir vor allen Dingen einen Rat geben, wie hier Abhilfe zu schaffen ist.


Niedrige Luftfeuchte ist in einem beheizten Wintergarten, bei dem die Pflanzen in Einzelgefäßen stehen und nicht in Beeten ausgepflanzt sind, ist nicht ungewöhnlich. Bei ausreichender Wasserversorgung wird dies auch gut von den Pflanzen vertragen. Möglicherweise stehen die beschriebenen Probleme in Zusammenhang mit der Verglasung des Wintergartens. Sie erwähnen eine Sonnenschutzverglasung. Derartige Gläser filtern die für Pflanzen wichtige blauen und roten Wellenlängen des Lichtes heraus. Die Pflanzen stehen im Dunkeln, obwohl es für das menschliche Auge hell ist. Die Folge sind erhebliche Wachstumsstörungen und im Extremfall das Absterben der Pflanzen. Diese Problematik wurde von dem Technikberater Dieter Jansen in den letzten Jahren untersucht und in verschiedenen Publikationen beschrieben. Einen ausführlichen Beitrag finden Sie beispielsweise im Handbuch Innenraumbegrünung (Thalacker Medien/ISBN 3-87815-094-6). Häufig kann nur durch Zusatzbeleuchtung Abhilfe geschaffen werden.

System – Warum gedeihen Pflanzen auf Hydrokultur? Was muss man beachten?


Eigentlich wachsen Pflanzen nur in Nährlösungen. Auch in einem Mineralboden oder in einem Torfsubstrat ernährt sich die Pflanze ausschließlich über die wässrige Phase (Bodenlösung). Der Boden oder das Substrat hat dabei die Funktion, die Nährlösung (Wasser und darin gelöste Nährstoffe) zu speichern und den Wurzeln Halt zu geben. Die Funktion eines Bodens, Nährstoffe in schwerlöslicher Form zu speichern und bei Bedarf an die Bodenlösung abzugeben wird überflüssig. Denn in einem Boden oder einem Torfsubstrat lassen sich nur begrenzte Mengen an Nährlösung bevorraten, zumal bei hoher Wassersättigung Probleme mit der Sauerstoffversorgung der Wurzeln auftreten können. Im Vergleich dazu ist die Versorgung bei den hydroponischen Verfahren viel leichter zu optimieren. Dies erklärt, warum Pflanzen in diesen Verfahren viel besser wachsen. Voraussetzung ist natürlich, dass den Pflanzen regelmäßig Nährstoffe über die Nährlösung zugeführt werden. Dies geschieht durch Nachfüllen der Gefäße mit Nährlösung oder durch Applikation eines Ionenaustauscherdüngers in größeren Zeitabständen. Dieser setzt die notwendigen Nährstoffmengen nach und nach frei.

Vermehrung – Ist es möglich, Hydro-Pflanzen aus Obstkernen selbst zu ziehen? Speziell z. B. Avocado, Mango, Kaffee oder Kokosnuss. Falls möglich, was muss man dabei beachten? Habe heute junge Avocado-Pflanzen (ca. 20cm hoch, noch mit Kern) in Erdkultur im Baumarkt gesehen, kann man diese auf Hydro umstellen?


Selbstverständlich kann man Pflanzen aus Samen für die Hydrokultur vermehren. Optimal ist, wenn dies gleich in einem inerten Substrat geschieht. Vermehrungssubstrate müssen alledings feinkörniger als das spätere Kultursubstrat sein, damit der Samen ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen kann und nicht austrocknet. Verwenden können Sie beispielsweise Perlite, Seramis oder Blähton der Körnung 2–4 mm. Auch grober Sand ist möglich. Besonders gut geht die Anzucht  in kleinen Steinwollwürfeln.

Wasserstand – Meine neue Wohnung habe ich mit ungefähr 12 verschiedenen, meist kleinen Hydrokulturen bestückt! Leider musste ich im Laufe der Zeit feststellen, dass alle Pflanzen nach und nach braune Blätter erhalten bzw. alle Pflanzenteile hängen lassen. Die Hydropflanzen stehen auf Granit-Fensterbänken und darunter befindet sich direkt die Heizung. Ist das der Grund für die Verendung?


Ein Standort unmittelbar über dem Heizkörper ist sicher nicht der beste. Ob das aber den Schaden verursacht hat ?–  Die Symptombeschreibung erinnert mehr an zu feuchte Kultur, also beispielsweise zu hohem Wasserstand. Leicht daran zu erkennen, dass die Wurzeln in Fäulnis übergegangen sind. Besonders anfällig dafür sind die von Ihnen erwähnten kleinen Gefäße. Die Kultur von Pflanzen in Hydrokultur in Gefäßen mit nur 9 cm oder weniger Topfhöhe ist sehr problematisch.