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Blähton

Erneuerung – Muss man das Granulat irgendwann erneuern und wenn ja, in welchen zeitlichen Abständen?

Ein entscheidender Vorteil der "Hydrokultur" liegt darin, dass das eingesetzte Substrat Blähton dauerhaft strukturstabil ist. Es wird weder von Mikroorganismen zersetzt, noch löst es sich auf andere Weise auf. Aus diesem Grund ist ein Austausch des Blähtons nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Ein Austausch kann lediglich für die oberste nicht durchwurzelte Schicht in Betracht kommen, wenn Salzablagerungen den Blähton unansehnlich gemacht haben.

Gebrauch – Sollten Hydrosteine vorm Gebrauch mit klarem Wasser gespült werden? Beeinflussen ungereinigte oder gereinigte Steine den pH-Wert des Wassers?

Blähton sollte vor der ersten Verwendung mit Wasser gespült werden. Dadurch werden die anhaftenden Feinteile (Staub durch Abrieb) und mögliche außen anhaftende, lösliche Salze entfernt. Guter Blähton wird einer regelmäßigen Qualitätskontrolle unterzogen. Diese Qualität kann ohne Spülung verwendet werden.  Das gilt auch für den pH-Wert: Blähton, der den Qualitätskriterien entspricht hat einen geringen, zeitlich begrenzten Einfluss auf den pH-Wert der Nährlösung im Gefäß.

Korngröße – Welche Korngröße des Blähton-Granulates muss für welche Pflanzen verwendet werden? Hängt das von der Pflanzenhöhe ab oder auch von bestimmten Eigenschaften der Pflanze? Haben unterschiedliche Korngrößen unterschiedliche Eigenschaften oder geht es nur um die Optik?

Blähton ist in den Korngrößen 4/8 und 8/16 im Handel erhältlich. Für spezielle Zwecke, wie die Vermehrung von Pflanzen, wird auch die Korngröße 2/4 mm verwendet. Die Angabe 4/8 bedeutet, dass die Korngröße zwischen 4 und 8 mm liegt.  In zahlreichen Versuchen stellte sich heraus, dass das beste Wachstum meist bei der Körnung 4/8 mm erzielt wird.

Dennoch hat sich heute die Körnung 8/16 durchgesetzt, und zwar nicht nur aus optischen Gründen: In der Innenraumbegrünung ist starkes Wachstum nicht erwünscht. Hier kommt es vor allem auf eine gute Haltbarkeit der Pflanzen an. Das Risiko einer Vernässung und damit einhergehendem Sauerstoffmangel ist bei der gröberen Körnung 8/16 deutlich niedriger und deshalb der Körnung 4/8 vorzuziehen.

Pflege – Kann ich Tonkügelchen, die Salzablagerungen haben einfach waschen und wiederverwenden oder sind bei ihnen die Kapillargefäße verstopft?

 
Gebrauchten Blähton kann man nach mehrfachem, gründlichen Wässern und Spülen wiederverwenden. Man kann die Küglechen über mehrere Stunden im angestauten Wasser einweichen. Abhängig von der Art der anhaftenden Salze lassen sich diese mehr oder weniger gut auflösen. Etwas hartnäckig ist die Ablagerung von Kalk und Gips. Besonders gutes Lösungsvermögen hat Regenwasser, weil es viel Salz aufnehmen kann.

Qualität – Wenn ich frischen Blähton wasche, schwimmen einige Tonkügelchen nicht an die Wasseroberfläche. Ist es empfehlenswert, diese Kügelchen nicht zu benutzen?

Bei der Herstellung von Blähton wird der Ton bei sehr hoher Temperatur von etwa 1.200° C gebrannt. Dabei entsteht eine Keramik, die an der Oberfläche weitgehend geschlossen ist. Der Blähton kann im Innenbereich fast kein Wasser aufnehmen.  Abhängig davon, wie hoch der Anteil eingeschlossener Luftporen im Blähton ist, kann es sein, dass Blähtonkorn in Wasser aufschwimmt. Die eigentliche Aufgabe des Blähtons Wasser – an seiner Oberfläche nach oben zu leiten – bleibt davon unberührt.

Versalzen – Kann es zum Versalzen des Blähtons kommen? Geht dann damit eine Überdüngung der Pflanzen einher?

Ein Hydrokulturgefäß ist ein geschlossenes System: In das Gefäß eingetragene Salze, die nicht von der Pflanze aufgenommen werden, sammeln sich. Dies gilt für Nährsalze ebenso wie für Ballastsalze, die von den Pflanzen nicht oder nur in geringer Menge benötigt werden. Um ein mögliches Risiko zu beurteilen, muss man beobachten, was mit den überschüssigen Salzen passiert.

Grundsätzlich findet durch die kapillare Wasserbewegung von unten nach oben auch ein Transport der darin gelösten Salze statt. Diese kristallisieren infolge der Wasserverdunstung in der obersten trockenen Blähtonschicht, als weißer Belag, aus. Nur Phosphor wird  bereits im unteren Bereich ausgefällt. Die Ablagerung der überschüssigen Salze in der obersten Schicht ist positiv , da es auf diese Weise zu einer ständigen Entsorgung  kommt und eine Überdüngung vermieden wird. Die Pflanzen haben durch die Salzanreicherung keinen Nachteil, weil sie in diesem trockenen Bereich keine Wurzeln bilden.

Wiederverwendung – Was ist beim Wiederverwenden von Blähton zu beachten?

 
Es empfiehlt sich, das Granulat gründlich, mehrfach zu wässern, um anhaftende Salze zu entfernen. Bewährt hat sich, den Blähton über mehrere Stunden mit Wasser zu überstauen. Auf diese Weise gehen alle leicht löslichen Salze in Lösung. Etwas hartnäckiger kann das Entfernen von abgelagertem Kalk oder Gips sein. Besonders gutes Lösungsvermögen hat Regenwasser.