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Gesundheit

Kinderschutz – Ist Hydrokultur giftig? Hängt das vom Dünger ab? Was empfehlen Sie, wenn Kinder im Haushalt sind?

Das Hydrokultursystem besteht im wesentlichen aus drei Komponenten: Nährlösung, Blähton und der Pflanze. Die Nährlösung ist für ein+C3 Kind nicht ohne weiteres zugänglich, da sie sich im unteren Teil des Gefäßes befindet. Bei der Nährlösung handelt es sich zudem um eine schwache Salzlösung. Gutes Mineralwasser enthält in der Regel wesentlich höhere Salzgehalte, wenngleich die Zusammensetzung eine etwas andere ist. So ist in der Nährlösung Nitrat enthalten. Die Konzentrationen liegen im Regelfall bei maximal 10 mmol/Liter. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 3,57 mmol/Liter (= 50 mg Nitrat/Liter).

Früher war durchaus das doppelte und mehr üblich. Man sieht daran, daß das Gefährdungspotential gering ist. Die Art des Düngers ist nicht von Bedeutung. Kleinkinder interessieren sich häufig sehr für Topfpflanzen und haben große Freude daran die Erde aufzuwühlen und den Pflanzen, im wahrsten Sinne des Wortes, "auf den Grund zu gehen". Dabei passiert es auch, dass Blumenerde aufgenommen und verschluckt wird.

Bei der Hydrokultur werden die Blähtonkügelchen in den Mund genommen. Ich selbst habe bei meinen Kindern immer die "Krise" bekommen, wenn ich es erlebt habe. Aber Konsequenzen hatte derartiges Tun nie. Trotzdem sollte man wachsam sein. Vorteil der Hydrokultur ist in jedem Fall, dass die Verschmutzung der Wohnung durch das Austopfen der Pflanzen gering ist und der Blähton augenscheinlich wesentlich sauberer und weniger verkeimt ist.

Krankenhaus – Haben die Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel einen negativ Einfluss auf Patienten, die bettlägerig oder aus anderen Gründen den ganzen Tag auf Station sind?

Pflanzenschutzmittel, die zur Pflege von Pflanzen in Räumen eingesetzt werden sollen, bedürfen lt. Pflanzenschutzgesetz einer besonderen Zulassung. Diese  wird u.a. nur erteilt, wenn das Produkt "...keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit ..." hat. Dabei wird allerdings nicht unterschieden, ob es sich um "gesunde" oder "kranke" Menschen handelt. Voraussetzung ist natürlich die sachgerechte Anwendung, d.h. so wie in der Gebrauchsanleitung beschrieben.

Bei bestimmten Mitteln (Wirkstoff: Dimethoat), die als Sprühformulierungen im Handel sind, ist z. B. vorgeschrieben, dass die Höchstsprühdauer in geschlossenen Räumen max. 30 sec/10 m betragen darf und dass während bzw. nach der Anwendung für eine gute Belüftung der Räume zu sorgen ist.

Bei anderen Mitteln, z. B. auf der Basis von natürlichen Pyrethroiden, gibt es diese Einschränkungen nicht. Um ein evtl. Restrisiko weiter zu reduzieren, würde ich die Anwendung von Präparaten über die Wurzel empfehlen (Pflanzenschutzstäbchen oder -zäpfchen). Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, nahezu alle wichtigen Schädlinge an Pflanzen in Räumen auch auf biologischem Wege zu bekämpfen. Die Entscheidung, ob eine bestimmte Pflanzenschutzmaßnahme im "Krankenzimmer" durchgeführt werden kann, muß letztlich der verantwortliche Arzt treffen.

Pflanzenschutz – Welche Mittel sind für den Innenbereich zugelassen?

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit führt das aktuelle Verzeichnis zugelassener Pflanzenschutzmittel. Für die professionelle Innenraumbegrünung gelten hier die Mittel des Verzeichnises "Haus- und Kleingärten" mit der Spezifizierung "Zimmerpflanzen".

Schlafräume – Ist es schädlich für den Menschen, wenn man im Schlafzimmer Hydrokultur-Pflanzen stehen hat?

Es ist unbedenklich, in einem Schlafzimmer Hydrokulturpflanzen stehen zu haben. Bedenken, die teilweise berechtigterweise in Zusammenhang mit Topfpflanzen geäußert werden, betreffen herkömmliche Pflanzen in gärtnerischer Erde. Von diesen kann eine Belastung mit Schimmelpilzen ausgehen, was besonders in Krankenhäusern sehr kritisch gesehen wird.

Schimmelbildung auf dem Blähton ist dagegen unbekannt und auch kaum wahrscheinlich, weil den Pilzen hier die Ernährungsgrundlage fehlt. Außerdem ist die obere Blähtonschicht meist trocken.

Schimmel – Ich bin allergisch gegen Schimmelpilze und habe, auf Anraten meines Arztes, alle Pflanzen auf Hydrokultur umgestellt. In letzter Zeit hat sich allerdings auf den Kugeln in einigen Töpfen Schimmel gebildet. Wie kann es dazu kommen und was kann ich dagegen tun?

Sie brauchen keine Sorge vor Schimmelbildung auf dem Blähtonsubstrat zu haben! Es handelt sich lediglich um Salzausblühungen. Schimmelpilze benötigen zersetzbare organische Substanz, die sie auf dem Blähton nicht vorfinden. Das Ausblühen von Salzen kommt durch den kapillaren Wassertransport nach oben zustande.

Wenn das Wasser an der Oberfläche verdunstet, bleiben die Salze zurück und bilden Strukturen, die einem Schimmelrasen durchaus ähnlich sein können. Unter dem Mikroskop kann man den Unterschied deutlich sehen. Die Salzanreicherung nimmt mit zunehmendem Salzgehalt des Gießwassers zu. Hier hilft nur die oberste Blähtonschicht hin und wieder auszutauschen.