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Schädlinge

Trauermücken – Ich habe in meinem Haus seit ca. einem halben Jahr die Beobachtung gemacht, dass kleine schwarze Fliegen in meinenPflanzen (hauptsächlich Hydrokultur) hausen. Keine Maßnahme, die ich bisher ausprobiert habe, hat geholfen diese Fliege zu vertreiben. Nachdem nun leider eine ca. 2,5 m hohe, buschige Schefflera nicht mehr zu retten war, hoffe ich durch Ihren Rat meine anderen Pflanzen vor diesem Schädling zu bewahren.


Es handelt sich nahezu ausschließlich um sog. Trauermücken (=Pilzmücken). Das Auftreten dieser Schädlinge in Hydrokultur ist sehr ungewöhnlich, da sich ihre Larven (glasig, mit schwarzer Kopfkapsel) in der Regel von leicht zersetzlicher organischer Substanz ernähren. Meist gibt es Probleme bei Verwendung torfhaltiger Substrate und übermäßiger Nässe. Besonders gefährdet sind sehr junge Pflanzen. Im vorliegenden Fall vermute ich, dass die betroffenen Hydropflanzen durch zu hohen Wasserstand o.a. Ursachen Wurzelschäden erlitten haben.

Die Trauermücken wurden vermutlich mit anderem Material (evtl. Erdpflanzen) eingeschleppt und haben dann an dem faulenden Material gute Entwicklungsbedingungen vorgefunden. Die Beseitigung der Futterquellen (d. h. des geschädigten Wurzelgewebes) wäre der erste Schritt für eine dauerhafte Sanierung. Die Leimtafeln sollten Sie weiterhin verwenden, da sie zur Reduzierung des Befalles beitragen. Eine chemische Bekämpfung der eigentlich schädlichen Larven (Maden) ist bei Zimmerpflanzen kaum möglich.

Eine Alternative wäre die Verwendung von insektenpathogenen Nematoden (Fadenwürmer). Solche nützlichen Nematoden werden z. B. von der Firma Neudorff auch für den Einsatz bei Hydropflanzen angeboten. Die Aufhellungen an den von Ihnen übersandten Schefflera-Blättern wurden vermutlich durch Wurzelschäden (z. B. zu hoher Wasserstand) verursacht.

Schildläuse – Welchen nachhaltigen Bekämpfungsvorschlag können Sie mir gegen die allzeit geliebten Schildläuse geben?

Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit bestimmten Marienkäfern oder Schlupfwespen möglich (Spezialberatung bei Nützlingslieferanten anfordern). Eine chemische Bekämpfung ist möglich, sollte jedoch systemisch erfolgen. Zugelassene Mittel sind im Fachhandel zu erfragen. Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis (z. B. Promanal AF Neu), mit diesen lassen sich vor allem die jungen, noch mobilen Stadien bekämpfen. Eine wiederholte Anwendung ist daher sehr wichtig.

Auch die sogenannten Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schildläuse.

Schmierläuse – Welche Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es gegen Schmierläuse?

Grundsätzlich ist eine biologische Bekämpfung mit dem Australischen Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri) oder Schlupfwespen (Spezialberatung bei Nützlingslieferanten anfordern) möglich . Zur chemischen Bekämpfung eignen sich verschiedene Sprühpräparate (z. B. COMPO Zierpflanzen-Spray, Lizetan-Zierpflanzenspray) oder Lizetan-Combistäbchen als Nährlösungszusatz.

Geeignet sind auch Präparate auf Ölbasis (z. B. Promanal AF Neu). Auch die sogenannten Blattglanzmittel haben oft eine sehr gute Wirkung gegen Schmierläuse. Sehr gut und lang andauernd wirken Lizetan-Combistäbchen, die der Nährlösung zugesetzt werden.

Springschwänze – Was macht man gegen Springschwänze?

Springschwänze (Collembola) sind flügellose, nur 1–3 mm lange Urinsekten. Ihren Namen haben sie von ihrer Fähigkeit, mit Hilfe einer am Hinterleib angebrachten Sprunggabel mehr oder weniger große Sprünge zu machen. Als Bodenbewohner sind sie eher als nützlich einzustufen, da sie an der Umsetzung der organischen Substanz beteiligt sind.

Auch an den Zimmerpflanzen treten sie kaum als Schädling auf. Sie sind eher Anzeiger für Wurzelfäule aufgrund von Vernässung und bei Massenauftreten eben lästig. Nur bei sehr starker Massenvermehrung können die Collembolen neben dem abgestorbenen, faulenden Material gelegentlich auch gesunde Wurzeln anknabbern und dann auch als Schädlinge betrachtet werden.

Bei verstärktem Auftreten sollte unbedingt der Wurzelbereich kontrolliert werden, ob nicht faulende organische Substanz die eigentliche Ursache für das Auftreten der Springschwänze darstellt. Wenn der Wurzelraum wieder in einen optimalen Zustand gebracht wurde, erübrigen sich in der Regel direkte Bekämpfungsmaßnahmen. Bei Hydrokulturpflanzen hilft oft ein kurzfrisitges vollständiges Überstauen, mit dem ein Großteil der Tiere ausgeschwemmt werden kann. Chemische Maßnahmen zeigen in der Regel keine ausreichende Wirkung, wenn nicht die Ursachen für die Wurzelfäule beseitigt werden.

Verpilzung – Der Raum ist warm und wird oft gelüftet. Was kann ich machen bzw. gibt es dafür ein Fungizid. Alle Pflanzen (Hydro und Erde) sehen gut aus. Kann es sein, dass Blumenerde verpilzt war und Sporen auf den Blähton gelangt sind?

Verpilzungen von Substratoberflächen bei organischen Substraten (Blumenerden, Torf) kommen hin und wieder vor. Sie werden von Pilzen der Gattungen Plicaria, Peziza und Acremonium verursacht, die die Pflanzen allerdings nicht angreifen. Es ist eher ein ästetisches Problem und möglicherweise auch ein Problem für Allergiker. Die Verpilzung wird vermutlich durch bestimmte Inhaltsstoffe des Substrates gefördert, außerdem durch feuchte und kühle Kultur.

Gegenmaßnahme ist das Abtragen der obersten Substratschicht und mäßiges Gießen. Dabei die Substratoberfläche vor dem erneuten Gießen abtrocknen lassen. Es hilft auch, wenn nur von unten gegossen wird. Die dann einseitig nach oben gerichtete Wasserbewegung führt mittelfristig dazu, dass sich an der Substratoberfläche hohe Salzkonzentrationen einstellen, die das Pilzwachstum beeinträchtigen.

Nun zur Hydrokultur.Bisher haben sich Meldungen über verpilzte Substratoberflächen bei der Kultur in Blähton in keinem einzigen Fall bewahrheitet. Es handelte sich dabei stets um die täuschend ähnlich aussehende Ablagerung von Salzen. Dies ist ein natürlicher und durchaus erwünschter Prozess. Auf diese Weise werden überschüssige Salze aus dem System entfernt. Wen es stört, sollten Sie die oberste Blähtonschicht hin und wieder austauschen.