Welchen Dünger nehme ich wenn ich Regenwasser als Gießwasser verwende

Frage
Regenwasser – Ich gieße meine Hydro-Pflanzen mit Regenwasser. Mit welchem Dünger erziele ich die beste Nährstoffversorgung?
Antwort

Die Verwendung von Regenwasser zur Bewässerung von Pflanzen in Innenräumen, gleichgültig ob Hydrokultur, Seramis oder Torfkultur, ist nicht unproblematisch. Dies liegt daran, dass die im Handel angebotenen Düngemittel für Endverbraucher für die Kombination mit salzfreiem Gießwasser nicht geeignet sind. Die Erklärung ist vielschichtig: Der Einsatz von Ionenaustauscherdünger (z.B. Lewatit) setzt eine gewisse Salzmenge im Gießwasser voraus, damit der Ionenaustausch funktioniert.

Der Hersteller von Lewatit HD5, die Firma Bayer/Leverkusen, hat dieses Problem erkannt und für weiche salzarme Gießwässer das "Lewatit HD5 plus" entwickelt. Dieser Ionenaustauscher-Dünger enthält zusätzlich ein natürliches Mineral, das den Ionenaustausch fördert und für eine zusätzliche Kalzium- und Magnesium-Versorgung sorgt. Allerdings ist dieser Dünger für salzfreies Wasser, also Regenwasser, nicht geeignet. Zwar werden auch in salzfreiem Wasser deutlich mehr Nährstoffe freigesetzt, der Ionenaustauscher bindet aber nahezu das gesamte Kalzium, Magnesium und Sulfat, so dass den Pflanzen diese unverzichtbaren Nährelemente fehlen. Flüssigdünger werden fälchlicherweise häufig als Alternative für salzarme Gießwässer angesehen. Sie sind aber gerade für diesen Einsatzbereich auch nicht geeignet. Flüssigdünger enthalten nämlich keine nennenswerten Mengen an Kalzium und Magnesium. Aus technischen Gründen können beide Nährelemente in konzentrierten Stammlösungen nicht enthalten sein. Außerdem enthalten Flüssigdünger vergleichsweise hohe Ammonium-N-Anteile, die in Kombination mit salzarmem Gießwasser zu einem starken Abfall des pH-Wertes der Nährlösung führen, was die ohnehin schlechte Kalziumversorgung nochmals verschlechtert. Ebenfalls für weiches Gießwasser entwickelt wurde die "Blusana-Düngetablette".

Als zusätzliche Komponente enthält dieses Düngemittel eine gewisse Menge Kalzium in Form von Ca-Sulfat, also Gips. Für Regenwasser ist die enthaltene Kalziummenge allerdings viel zu niedrig.Außerdem enthält der Dünger Ammoniumstickstoff, was den bereits erwähnten Abfall des pH-Wertes bewirkt. Wie düngt man Hydrokulturen nun richtig mit Regenwasser. Immerhin werden im Produktionsgartenbau erfolgreich Pflanzen mit Regenwasser kultiviert. Aus den oben angeführten Gründen lassen sich zwei Anforderungen an die Zusammenstellung einer Nährlösung ableiten: Es muss die Kalzium-Versorgung sichergestellt und Mineralstickstoff darf nicht als Ammonium verabreicht werden.

Die Nährlösung wird in diesem Fall aus zwei Komponenten zusammengestellt: Kalksalpeter (0,45 g/Liter) und "Flory Basisdünger 1" (0,35 g/Liter). Über den Kalksalpeter erhalten die Pflanzen Kalzium (Ca) und Nitrat-Stickstoff und über den Basisdünger alle übrigen Nährstoffe, wie Kalium, Phosphat, Magnesium, Schwefel und alle Spurenelemente. Beide Düngemittel können, allerdings jeweils getrennt (!), als Stammlösung in 100-facher Konzentration angesetzt und dann für die Herstellung der Nährlösung 1:100 verdünnt werden. Dies ist die einzige Möglichkeit einer optimalen Düngung in Kombination mit Regenwasser. Kalksalpeter ist stark hygroskopisch und zerfließt, wenn er Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. Das Gefäß muss unbedingt luftdicht verschlossen sein.

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